Wie setzt man eine Perücke richtig auf? Schritt für Schritt
Wie setzt man eine Perücke richtig auf? Die Frage stellen sich vor allem Menschen, die zum ersten Mal eine Perücke für Halloween, eine Party oder ein Kostüm tragen. Die gute Nachricht: Mit etwas Ruhe und ein paar festen Handgriffen gelingt es auch ohne Vorkenntnisse. Entscheidend ist weniger die Perücke selbst als die Vorbereitung, denn eine Perücke sitzt nur auf einer glatten, flachen Basis wirklich überzeugend. Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen, und nennt die häufigsten Fehler, die den Look sofort verraten.
Vor dem Aufsetzen: Perücke und Haare vorbereiten
Nehmen Sie die Perücke zuerst aus der Verpackung und lassen Sie sie ein wenig ausruhen. Synthetische Haare liegen nach dem Transport oft eng zusammengedrückt oder leicht verknotet. Fahren Sie vorsichtig mit den Fingern durch die Längen, bevor Sie eine Bürste benutzen. Beginnen Sie bei langen Modellen immer an den Spitzen und arbeiten Sie sich langsam nach oben, damit nichts reißt. Ein grobzinkiger Kamm oder eine spezielle Perückenbürste ist dafür besser geeignet als eine gewöhnliche Haarbürste.
Auch Ihre eigenen Haare brauchen Vorbereitung. Waschen Sie sie am besten am Vortag oder vor dem Aufsetzen, denn frisch gewaschenes, trockenes Haar lässt sich leichter flach legen. Entfernen Sie Haarspangen und feste Gummis, die später unter der Perücke drücken würden. Wer sehr kurze Haare hat, kann direkt zur Perückenkappe greifen. Bei längeren Haaren lohnt sich ein sorgfältiges Feststecken, das wir im nächsten Abschnitt beschreiben.
- Perücke vorsichtig entwirren, bei den Spitzen beginnen
- Eigene Haare trocken und glatt vorbereiten
- Spangen, Gummis und Schmuck am Kopf entfernen
- Spiegel und gute Beleuchtung bereitstellen
Eigene Haare flach unter der Kappe sichern
Der häufigste Grund für eine Perücke, die „aufgesetzt“ wirkt, sind Beulen am Kopf. Kämmen Sie Ihre Haare deshalb zunächst nach hinten und teilen Sie sie in Strähnen. Bei kurzem Haar genügt es, die Strähnen mit einigen flachen Haarklammern am Kopf zu fixieren. Bei mittellangem bis langem Haar drehen Sie jede Strähne ein und stecken sie flach an. Eine Methode, die viele nutzen, ist das Flechten zu zwei dünnen Zöpfen, die Sie anschließend rund um den Kopf legen und feststecken. So entsteht eine gleichmäßige Fläche ohne harte Kanten.
Anschließend ziehen Sie eine Perückenkappe über den Kopf. Sie hält die Haare zusammen und schützt gleichzeitig die Kopfhaut vor dem Reiben der Kappe der Perücke. Achten Sie darauf, dass die Kappe am Haaransatz sauber abschließt und keine Falten wirft. Wenn Ihre Haare dunkel sind und die Perücke hell, kann eine hautfarbene Kappe verhindern, dass der Ansatz durchschimmert. Streichen Sie einmal mit beiden Händen über den Kopf, um zu prüfen, ob noch Erhebungen zu spüren sind. Fühlen Sie etwas, stecken Sie die Stelle noch einmal flacher fest.
Die Perücke Schritt für Schritt aufsetzen
Jetzt kommt der eigentliche Moment. Halten Sie die Perücke mit beiden Händen an den Seiten fest, die Innenseite nach oben. Falls Ihr Modell einen Pony oder einen Mittelscheitel hat, erkennen Sie die Vorderseite an diesem Detail. So vermeiden Sie, dass die Perücke verkehrt herum landet.
- Beugen Sie den Kopf leicht nach vorn und setzen Sie die Perücke zuerst an der Stirn an, direkt am natürlichen Haaransatz.
- Ziehen Sie die Perücke in einer gleichmäßigen Bewegung nach hinten über den Kopf, bis sie im Nacken ankommt.
- Richten Sie die Kappe seitlich aus: Die Ohren sollten frei oder gleichmäßig bedeckt sein, je nach Modell.
- Prüfen Sie im Spiegel, ob der Scheitel mittig oder an der gewünschten Stelle sitzt.
- Befestigen Sie bei Bedarf die inneren Verstellmöglichkeiten, falls die Perücke welche mitbringt.
Gehen Sie dabei ohne Hast vor. Wenn Sie die Perücke zu weit nach hinten schieben, verrutscht die Stirnlinie und der Rand wird sichtbar. Sitzt sie zu weit vorn, drückt sie über den Augenbrauen. Verschieben Sie sie in kleinen Schritten, bis sich die Linie natürlich anfühlt. Viele Menschen setzen die Perücke etwas zu hoch auf, um den eigenen Haaransatz nicht zu zeigen. Besser ist eine Position, bei der der Ansatz der Perücke ungefähr dort liegt, wo auch Ihr eigener Haaransatz verläuft.
Sitz prüfen und nachjustieren
Ob eine Perücke richtig sitzt, merken Sie an mehreren Dingen. Sie sollte weder am Kopf drücken noch bei einer leichten Kopfbewegung zur Seite rutschen. Drehen Sie den Kopf nach links und rechts und nicken Sie ein paar Mal. Bleibt alles an seinem Platz, ist die Basis gut. Wackelt die Perücke, hilft es, sie an zwei bis drei Stellen mit Haarklammern an der Kappe zu sichern. Stecken Sie die Klammern dabei durch die innere Kappe hindurch in Ihre eigenen, flach gelegten Haare, nicht nur in die Perückenhaare.
Prüfen Sie außerdem das Gesamtbild von vorn, von der Seite und, falls möglich, mit einem zweiten Spiegel von hinten. Achten Sie auf folgende Punkte:
- Der Ansatz an der Stirn ist gerade und nicht zu weit nach hinten gerutscht.
- Keine eigenen Haare schauen an Schläfen oder im Nacken hervor.
- Die Seiten liegen symmetrisch, und der Scheitel verläuft gerade.
- Die Perücke wirft keine Beulen oder Falten.
Falls Haarsträhnen herausschauen, schieben Sie sie behutsam unter den Rand der Kappe oder stecken sie mit einer kleinen Klammer fest. Bei Modellen mit Pony kann es helfen, die Perücke einen Hauch weiter nach vorn zu setzen, damit der Pony natürlich auf der Stirn aufliegt.
Feinschliff: Frisur, Pony und Übergänge
Erst jetzt wird die Perücke in Form gebracht. Eine glatte, lange Perücke wirkt oft am besten, wenn Sie sie nur sanft durchkämmen und die Längen mit den Fingern ordnen. Wenn Sie ein Modell mit Locken und Wellen gewählt haben, verzichten Sie auf zu viel Bürsten, denn das nimmt den Schwung und lässt die Wellen aufspringen. Lockern Sie die Locken stattdessen mit den Fingern auf.
Der Pony verdient besondere Aufmerksamkeit. Er sollte leicht über die Stirn fallen und nicht zu schwer wirken. Wenn er zu lang ist, hilft es, ihn vor dem Spiegel mit den Fingern in die gewünschte Länge zu legen und zu entscheiden, ob er gekürzt werden soll. Schneiden Sie ihn nur in kleinen Schritten, Sie können jede Länge später kürzen, aber nicht verlängern. Hinweise des Herstellers zu Hitze, Styling und Pflege finden Sie auf der jeweiligen Produktseite.
Wer mehr Natürlichkeit wünscht, kann den Übergang an der Stirn mit etwas Make-up kaschieren. Ein dezenter Puder im Ton der Haut kann den Rand der Kappe weniger sichtbar machen. Je nach Anlass darf der Look aber auch bewusst auffällig sein: Bei Halloween, Partys und Cosplay steht die Wirkung im Vordergrund, nicht die perfekte Illusion.
Häufige Fehler vermeiden
Die meisten Probleme lassen sich vorhersehen. Ein klassischer Fehler ist, die eigenen Haare nicht ausreichend zu sichern. Dann entstehen Beulen, und die Perücke sitzt schief. Ein zweiter Fehler ist, die Perücke zu stark nach hinten zu ziehen, sodass an der Stirn ein breiter Rand sichtbar wird. Und ein dritter ist, ein Modell zu wählen, das nicht zum Anlass oder zur Kopfform passt.
Auch die Wahl der Perücke spielt eine Rolle. Wer sich noch orientiert, kann in der Übersicht Alle Modelle mit über 60 Modellen in Ruhe vergleichen. Für einen eleganten Auftritt eignen sich lange glatte Perücken mit Pony, für mehr Volumen und Bewegung sind Perücken mit Locken und Wellen eine Möglichkeit. Beide Gruppen lassen sich mit den beschriebenen Schritten gut aufsetzen.
Nehmen Sie sich beim ersten Mal ruhig etwas mehr Zeit und üben Sie das Aufsetzen vor dem Anlass. So wissen Sie, wie sich die Perücke anfühlt, wo sie verrutschen könnte und welche Klammern Sie brauchen. Mit etwas Übung sitzt jeder Handgriff, und die Perücke wirkt, als gehöre sie zu Ihnen.


